Ronja
aus Neu-Isenburg
Wer mich sieht, wird mich von Beginn an in sein Herz schließen. Das ist
klar.
Jack-Russel-Terrier, Mops und Pinscher (so genau weiß man es nicht) sollen sich
in mir vereint haben, wahrlich eine Mischung die seinesgleichen sucht.
Hübsch bin ich, so höre ich oft und superschlau habe ich auch schon vernommen.
Überhaupt nicht hektisch, eher gelassen und freundlich. Ein kleiner Hund mit den
Fähigkeiten etwas ganz großes zu leisten.
   
Aus dem Tierschutz bin ich her. Meine Halter wussten so erst gar nicht,
was sie eigentlich suchten, aber eines war klar: Es sollte ein kleiner,
freundlicher, unkomplizierter und anpassungsfähiger Familienhund mit Vorliebe
für Kinder aller Altersklassen sein.
Da stand ja wohl außer Frage, dass nur ein Hund diese Voraussetzungen erfüllen
kann: ICH!
Das Schicksal hatte mich für diese Aufgabe vorgesehen. DAS hier ist meine neue
Familie! Der Chef Thomas und die Chefin Heike, die Kinder Jonathan, Karina und
Nikolas. Ein Gedicht sag' ich Euch! Besser hätte ich es gar nicht treffen
können.
Es gibt eben Dinge die sind füreinander geschaffen, so wie wir. WE ARE FAMLIY!
Nach dem Motto "Neues zuhause, neue Menschen, neue Umgebung = neue Regeln"
hat meine neue Regierung entschieden, sich ein wenig Unterstützung bei meiner
Erziehung zukommen zu lassen.
Eine weise Entscheidung, denn das macht wahnsinnigen Spaß! Ihr glaubt gar nicht,
wie lustig das ist auf Zuruf zurück zu kommen! Alle 5 Familienmitglieder machen
beim Training mit, auch der kleine Jonathan (6), Karina (10) und Nikolas (12)
sind mit viel Freude dabei und lernen noch einiges zum Thema Umgang mit
Sozialpartner Hund und Mensch dazu. Kinder lernen im allgemeinen -wie auch ich-
ganz spielerisch, mit welchem Verhalten man im Leben weiterkommt und dass es
sich nicht lohnt unerwünschtes Verhalten an den Tag zu legen. Geduld zahlt sich
aus, sagt die Trainerin und hat wie immer Recht.
Damit es kein Durcheinander gibt, darf bei jeden Termin ein Kind der Trainerin
assistieren. Das finden die Kinder toll, es gibt ihnen das Gefühl ein
vollwertiges Mitglied in unserem Rudelverband zu sein. Vor allem lernen die
Kinder, dass Entscheidungen getroffen werden müssen und dass es gar nicht so
einfach ist, eine Familie im Training zu koordinieren. So lernen die Kinder ganz
schnell, dass Disziplin in der Gruppe sehr wichtig ist und es einfacher
funktioniert, wenn man gegenseitig Rücksicht übt.
Das schöne dabei ist, dass alle -auch die Kinder- darauf achten, mich nicht alle
auf einmal zu rufen, sondern nacheinander und zwar immer auf Anweisung des
jeweiligen "Trainingsassistenten". Ich genieße die Trainingseinheiten, weil alle
dabei Spaß haben und jeder die gleichen Wörter benutzt, damit ich nicht
durcheinander komme.
Die erste Trainingseinheit haben wir zu Hause absolviert. Hier habe ich gelernt,
auf Zuruf zu kommen. Die Kinder und Eltern haben sich nach und nach versteckt,
das war ein Heidenspaß! Die Sinne schärfen nennt man das, glaube ich. Ich war
ganz aufmerksam und habe ganz still gelauscht, wer mich denn als nächstes ruft
und bin dann schnurstracks dorthin geflitzt. Das war echt klasse. Danach haben
wir das gleiche im Hof gespielt.
Wir alle hatten für die erste Woche dieses Spiel als Hausaufgabe
aufbekommen..... Spielen als Hausaufgabe, ja das fanden auch die Kinder super!
Wo gibt es denn so etwas noch heutzutage, Spaß am lernen....?!?
Eine Woche später haben wir uns dann auf einer großen Wiese getroffen mit der
ganzen Familie. Alle haben sich die ganze Woche schon darauf gefreut.
Dann durfte ich ganz ohne Leine laufen, bin hin und her gesaust, habe meine
Familie verfolgt und mit anderen Hundchen Nachlauf gespielt , bis Frauchen mich
gerufen hat..........
Ich hab im weglaufen noch ganz schnell "Tschüs, tut mir leid, keine Zeit..." dem
anderen Hund zugerufen und bin aber dann wie der Wind zu meiner Familie gesaust.
Seine Familie sollte man nämlich unter keinen Umständen warten lassen.
Mittlerweile ist wieder einmal eine Woche vorbei und wir sind zum trainieren in
den Wald gegangen. Am Anfang haben wir mit der 5 Meter Leine gearbeitet. Ich bin
da ohne zu murren neben meiner Familie hergelaufen, Leine hin oder her...mir war
es egal.
Ich habe überhaupt keine Lust, weit weg zu laufen, bei so einer Familie wäre ich
ja auch blöde. Ich fühle mich in der Nähe meines Rudels so wohl und komme
auch sehr gerne wenn man mich ruft. Für mich lohnt es sich auf jeden Fall, auch
wenn nicht immer ein Leckerchen gibt.
Die Trainerin hat mich dann einfach von der Leine abgemacht und das Programm
umgestellt, nur für mich! Wir werden der braven Ronja und den Kindern jetzt ein
wenig Abwechslung bieten, hat sie gesagt. Dann haben wir verstecken gespielt: Es
ist immer ein anderer auf einmal verschwunden -wie weggezaubert-. Dann habe ich
meinen Namen gehört:" Rooonjaaa-hiiiehiiiieer". Aaah, ganz klar... Ein lustiges
Spiel, da bin ich doch dabei!
Mit wehenden Ohren bin ich in die Richtung geflitzt, aus der die Stimme kam
und.... Hinter einem Baum, da stand doch eines der Kinder und hat sich gefreut,
dass ich es gefunden habe! Das hat aber Spaß gemacht.
Dann haben wir Balancieren geübt. Der Baumstamm war ganz schön dick, da hätte
ich gar nicht herunterfallen können, aber meine Familie hat trotzdem aufgepasst,
dass ich ein gutes Gefühl dabei habe und nicht herunterfalle. Als ich mich dann
umdrehte und zurückbalancierte haben sich alle gleich noch einmal gefreut, weil
ich so geschickt bin. Dann gab es auch ein Leckerchen. So werde ich mal richtig
selbstbewusst. Dann macht es ja erst recht Spaß, immer in der Nähe der Familie
zu bleiben. Hier geht die Post ab.
In diesem Sinne, Eure Ronja
Sooooo.... Ich habe mich die Tage in dem Gästebuch verewigt, mit
einem Gedicht, welches lautet:
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